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05. November 2021

Sozialkompetenz einer Führungskraft: Schlüsselkompetenzen der Zukunft

Sozialkompetenz einer Führungskraft

Psychosoziale und geistige Kompetenzen, konkret menschliche Potenziale, werden in der heutigen Arbeitswelt immer wichtiger. Die Schlüsselqualifikation heisst Kooperation und Zusammenarbeit und alles, was diese Fähigkeit voraussetzt.

Von: Matthias K. Hettl  

Matthias K. Hettl

Der studierte Volks- und Betriebswirt war nach Studium und Doktorandenzeit erst Assistent der Geschäftsführung und danach in versch. Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung tätig. Er ist seit 1995 Geschäftsführer des Management Institutes Hettl Consult in Rohr bei Nürnberg. Als Coach, Trainer und Managementberater ist er vorwiegend für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Seine Schwerpunkte umfassen die Themen Leadership Skills und Managementkompetenzen.

Wenn die Fachkompetenz die Basis für Sie als Führungskraft bildet, dann sind die sogenannten Soft Skills das unverzichtbare Gegenstück für dauerhaften Führungserfolg. Wenn die Ansprüche Ihrer Mitarbeiter an Sie steigen und Sie sich mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit am Arbeitsplatz wünschen, temporäre Arbeitsteams zunehmen und die Bedeutung von informellen Beziehungen und der Kommunikation wächst, dann heisst das für Sie, immer auch Ihre Mitarbeiter mit Fingerspitzengefühl zu führen und emotional intelligent vorzugehen.

Emotionale Intelligenz

Ähnlich wie Sie Ihre fachliche Kompetenz im Laufe Ihres Lebens erlernt haben, so ist die emotionale bzw. soziale Kompetenz ebenfalls nicht von Natur aus gegeben. So wie der IQ die Basis für fachliche Kompetenz bildet, stellt die emotionale Intelligenz die Grundlage für die emotionale, soziale Kompetenz dar, und beide sind erlernbar. Wenn Sie fachliche Vorgänge hervorragend beherrschen, aber kein Team führen bzw. motivieren können, dann müssen Sie als Führungskraft Ihre Potenziale erschliessen, ansonsten werden Sie sich nie richtig wohl als Führungskraft fühlen und Ihre Mitarbeiter nicht «erreichen». Ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten legen die Basis, um mit Ihren Mitarbeitern eine konstruktive Beziehung des Miteinanders aufzubauen.

Hierzu gehört eine Reihe von Anforderungen, welche Sie als Führungskraft intuitiv «zu berücksichtigen» haben. Dazu gehört Ihre soziale Diagnosefähigkeit von Situationen im Umgang mit Ihren Mitarbeitern. Diese beschreibt eine spezifische Beobachtungsfähigkeit, mit der Sie differenziert wahrnehmen. Erkennen Sie, wie es um die Arbeitsfähigkeit Ihres Teams steht und wodurch diese gerade jetzt gefördert oder blockiert wird? Ist Ihnen bewusst, welche Unterschiede es in Ihrem Team gibt und in welchem Zustand sich Ihr Team momentan befindet? Welche Themen werden gemieden und warum? Diese Fragen sind sozusagen eine Art soziales Frühwarnradar für Sie, um Ihren Eindruck bei einem Teamgespräch zu reflektieren und Aspekte aus Ihrer Sicht anzusprechen, sodass diese geklärt werden können.

Kommunikationskompetenz

Eines Ihrer wichtigsten Instrumente im Bereich der Sozialkompetenz ist die Art und Weise, wie Sie mit anderen kommunizieren. Das heisst konkret, was Sie sagen und wie Sie das Gesagte transportieren. Also Ihre Mimik und Gestik sowie Ihre Fähigkeit zuzuhören.  Bekanntermassen ist es in der Führungskommunikation wichtiger, wie Sie bestimmte Sätze betonen, als deren Inhalt. Damit kommt Ihrer Betonung, Ihrer Mimik und Ihrer Gestik eine entscheidende Rolle zu.

Ihre Aufgabe ist es, Ihren Mitarbeitern Orientierung zu geben. Wenn Ihnen Gegebenheiten auffallen, die nicht dem gemeinsamen Verständnis, den gemeinsamen Vereinbarungen oder dem Miteinander entsprechen, dann müssen Sie diese auch klar ansprechen und reflektieren.

Für Sie als Führungskraft gilt der Spruch: «Wer fragt, der führt.» Fragen aktivieren Ihre Mitarbeiter. Fragen zeigen Interesse, und Fragen vermitteln Wertschätzung. Durch Nachfragen erfahren Sie, inwieweit Ihr Mitarbeiter Sie verstanden hat oder ob Sie noch tiefer einsteigen müssen.

Feedbackorientierung

Feedback besteht aus zwei Komponenten, nämlich dem Feedback-Geben und dem Feedback-Nehmen. Grundsätzlich tun sich viele Führungskräfte schwer, wenn es um das Aussprechen einer Anerkennung, die Beschreibung einer Beziehung oder die angemessene Formulierung einer Kritik geht. Dies liegt daran, dass es als unangenehm empfunden wird, bestimmte Dinge, die das Verhalten des Gegenüber betreffen, ehrlich, klar und deutlich anzusprechen.

Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle

Eine der auffälligsten Kompetenzen erfolgreicher Führungskräfte ist Selbstbewusstsein, gepaart mit einem hohen Mass an Selbstkontrolle. Selbstbewusstsein und Reflexion sind genau die Fähigkeiten, die auf Ihre Mitarbeiter positiv wirken. Dadurch sind Sie auch überzeugender in Ihrem Auftreten und strahlen dies auf Ihre Mitarbeiter aus.

Als achtsame Führungskraft nehmen Sie Ihre eigenen Stimmungen wahr und können mit diesen umgehen. Sie müssen vorher wissen, wie Sie in einer bestimmten Situation reagieren. Denn Ihre Emotionen haben einen Einfluss auf Ihre eigene Meinung, Einstellung und Ihr Urteil.

Ein wirkungsvolles Mittel, um Emotionen zu bändigen, ist der sogenannte Gedanken-Stopp: Bei den ersten Anzeichen geben Sie sich innerlich das Kommando «Stopp!». Der Gedanken-Stopp stört gewohnte, oft unbewusste Gedankenketten und verhindert, dass Sie sich selbst weiter aufschaukeln. Die erzwungene Gedankenpause können Sie nutzen, um innezuhalten und dann mit angemessenen Verhaltensmöglichkeiten zu reagieren.

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