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07. Dezember 2021

Selbstwahrnehmung: Sich selber kennen

Selbstwahrnehmung

Beim Gegenüber Vertrauen schaffen kann nur, wer sich selbst vertraut. Ein Mensch, der mit sich umzugehen weiss, weckt die Erwartung, dass er das auch mit anderen kann. Selbstvertrauen wiederum entsteht nur dort, wo ein klar definiertes Selbst ist. Wer nicht so recht weiss, wer oder was er ist, vertraut sich selbst nicht – und kann damit auch keine vertrauensvollen Beziehungen aufbauen.

Von: Petra Wüst  

Dr. Petra Wüst

Petra Wüst leitet das Beratungsunternehmen Wüst Consulting in Basel und ist international als Beraterin, Trainerin und Referentin tätig. Ihre Themenschwerpunkte sind Kommunikation, Leadership und Selbstmarketing.

Überlegt statt impulsiv

Der Schlüssel zum Selbstvertrauen ist die Selbstwahrnehmung. Sie ist die Grundvoraussetzung zur Entwicklung einer stabilen und erfolgreichen Persönlichkeit.

Hinweis: Führungskräfte, die über ein hohes Mass an Selbstwahrnehmung verfügen, erkennen und verstehen ihre Stärken und Schwächen, Emotionen, Werte, Ziele und Antreiber und kennen ihre Wirkung nach aussen. Dadurch können sie sich selber realistisch einschätzen und wissen, welche Entscheidungen und Handlungen für sie stimmig sind.

Eine wesentliche Voraussetzung für Selbstwahrnehmung ist die (Selbst-)Reflexion. Menschen mit Selbstwahrnehmung nehmen sich Zeit, um in Ruhe über sich und Ihr Umfeld nachzudenken. Daher können sie Entscheidungen überlegt treffen, statt impulsiv zu reagieren.

Selbst- versus Fremdwahrnehmung

Eine akkurate Selbstwahrnehmung zu erlangen ist in der Praxis jedoch gar nicht so einfach, denn ein klares Selbstbild wird durch verschiedene Faktoren getrübt:

  • Ein grosser Teil unserer Persönlichkeit wird durch unbewusste Prozesse, Glaubenssätze und Denkmuster bestimmt, über die wir keine Kenntnis besitzen.
  • Unsere Selbstwahrnehmung ist ständigen Fremdeinflüssen, zum Beispiel durch andere Men­schen oder durch die Medien, ausgesetzt, die entweder die eigene Wahrnehmung vollkommen ersetzen oder sich mit ihr vermischen.
  • Im Laufe des Lebens entwickeln wir Schutzmechanismen, um unangenehme Aspekte der eige­nen Person auszublenden oder zu verdrängen. Selbstlügen bergen die Gefahr, dass wir ein Bild von uns entwerfen, das nicht der Realität entspricht.

Praxistipp

Holen Sie sich von Ihren Mitarbeitern regelmässig eine Rückmeldung zu Ihrem Führungsver­halten ein, indem Sie konkrete Fragen stellen: Welches sind aus Ihrer Sicht meine grössten Stärken? Was schätzen Sie an mir als Chefin oder Chef besonders? Wo sehen Sie meine Schwächen? Wie kann ich mich verbessern? Bedingung ist, dass sie das Feedback dann auch annehmen und «verarbeiten».

Checkliste: Lernen Sie sich selber besser kennen

  • Überlegen Sie, welches Ihre persönlichen Wertmassstäbe, Überzeugungen und Prioritäten sind: Was macht mich aus, welche Eigenschaften, Fähigkeiten und Talente besitze ich? Wo liegen meine Schwächen und Empfindlichkeiten?
  • Fragen Sie Menschen aus Ihrem Umfeld, wie sie Sie einschätzen. Eine Liste, auf der Stärken und Schwächen aufgezählt werden können, gibt Aufschluss darüber, wie Sie nach aussen wirken.
  • Stellen Sie fest, wo die Unterschiede liegen. Wo stimmen Selbstwahrnehmung und Fremd­wahrnehmung überein? Wo gibt es Differenzen? Was kann ich daraus für mich und meine Führungsarbeit lernen?

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