Wie kann es gelingen, das Funktionierende im Alltag besser sichtbar und nutzbar zu machen? Die folgenden fünf Ideen laden dazu ein, Funktionierendes zu entdecken, zu würdigen und weiterzuentwickeln.
Die Fortschrittsliste – das Gelingende zählen
Was haben Sie heute eigentlich alles getan? Oft bleibt am Abend das Gefühl zurück, dass der Tag verflogen ist, ohne dass viel passiert wäre. Eine Fortschrittsliste hilft, zu erkennen, was Sie alles geleistet haben.
So geht’s:
Wählen Sie morgens eine Zahl zwischen 30 und 50 und machen Sie im Laufe des Tages für jede erledigte Aufgabe einen Strich – egal, wie klein sie ist. E-Mail beantwortet? Strich. Gespräch geführt? Strich. Idee notiert? Strich.
So wird sichtbar, was Sie geleistet haben. Der Fokus verschiebt sich: weg von dem, was noch fehlt, hin zu dem, was bereits gelungen ist.
Mein Ressourcen-Spickzettel – Stärken im Blick behalten
Gerade in herausfordernden Situationen lohnt es sich, bewusst auf Stärken und Fähigkeiten zu achten – bei sich selbst und bei anderen. Erstellen Sie beim nächsten schwierigen Gespräch oder Meeting einen RessourcenSpickzettel. Er hilft Ihnen, den Blick gezielt auf Stärken, gelingende Beiträge und funktionierende Momente zu richten.
So geht’s:
Erstellen Sie eine Liste mit 30 bis 50 Dingen, die Sie an der anderen Person schätzen: Was schätzen Sie an der Person? Was gelingt der Person gut? Welche Beiträge sind hilfreich? Wann ist die Zusammenarbeit mit dieser Person besonders konstruktiv? Lesen Sie diese Notizen vor wichtigen Gesprächen durch.
Der Perspektivenwechsel wirkt: Oft verändert sich dadurch die Dynamik im Gespräch – Gespräche werden leichter, Begegnungen gelassener.
Funktionierendes Feedback – von anderen lernen, was wirkt
Wann haben Sie das letzte Mal ein positives Feedback erhalten? Falls dies schon länger her ist, holen Sie eines ein. Ob Vorgesetzte, Teamkolleg*innen, Familie oder Freund*innen, es stärkt und hilft zu sehen, was wirkt:
So geht’s:
Fragen Sie Ihr Umfeld: Was schätzt du an meiner Arbeit? Welche meiner Verhaltensweisen sind besonders hilfreich? Welche Momente unserer Zusammenarbeit waren Highlights – und was habe ich dazu beigetragen?
Solche Fragen stärken Ihre Zusammenarbeit und öffnen zugleich die Tür für gegenseitiges Lernen.
Funktionierendes im Team erkennen
Teams sind dann stark, wenn sie wissen, was sie stark macht.
So geht’s:
Nehmen Sie sich in Ihrer nächsten Sitzung 45 Minuten Zeit für ein gemeinsames Erforschen des Funktionierenden: Zeichnen Sie eine Skala von 1 bis 10 und lassen Sie jedes Teammitglied einschätzen, wo das Team aktuell steht. Sammeln Sie anschliessend gemeinsam, was bereits funktioniert: Was sorgt dafür, dass wir schon bei X und nicht bei 1 stehen? Was funktioniert gut? Wofür werden wir von anderen geschätzt?
Solche Gespräche stärken Vertrauen und zeigen, dass Entwicklung auf bereits Bewährtem aufbauen darf.
Erfolge teilen und gemeinsam feiern
Ob klein oder gross – Erfolge verdienen Sichtbarkeit. Feiern Sie Fortschritte gemeinsam, anstatt sie im Alltag untergehen zu lassen.
So geht’s:
Manche Teams nutzen eine «Erfolgswand», andere beginnen Meetings mit einem kurzen Austausch über Highlights der Woche. Das bewusste Feiern des Funktionierenden schafft positive Energie, verbindet und erinnert daran, dass gute Zusammenarbeit kein Zufall ist – sondern das Ergebnis vieler kleiner Dinge, die funktionieren.
Wer Funktionierendes sichtbar macht, stärkt das, was trägt. Kleine Gesten, bewusste Fragen oder einfache Rituale genügen, um Fortschritte zu erkennen und zu würdigen.