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30. März 2020

Mut als Führungsqualität: Mutiges Handeln ist gefragt

Mut als Führungsqualität

Eine Führungsqualität, die Sie als Führungskraft mitbringen müssen, ist Mut. Besonders in Zeiten des Umbruchs und der Krise ist Mut eine entscheidende Eigenschaft, wenn man als Führungskraft andere anleitet. Es geht darum, mutig voranzuschreiten, die Fahne in der Hand zu halten und vorneweg zu gehen.

Von: Matthias K. Hettl  

Matthias K. Hettl

Der studierte Volks- und Betriebswirt war nach Studium und Doktorandenzeit erst Assistent der Geschäftsführung und danach in versch. Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung tätig. Er ist seit 1995 Geschäftsführer des Management Institutes Hettl Consult in Rohr bei Nürnberg. Als Coach, Trainer und Managementberater ist er vorwiegend für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Seine Schwerpunkte umfassen die Themen Leadership Skills und Managementkompetenzen.

Sie müssen sich bewusst sein, dass man sich als Führungskraft auch Risiken zu stellen hat, die in der Konsequenz zu harten Entscheidungen führen und für Mitarbeiter unpopulär sind. Wichtig dabei ist jedoch, dass Sie dafür niemals Ihre persönlichen Überzeugungen, Ihre persönlichen Werte, Ideale und Führungsprinzipien aufgeben. Es ist immer wieder beobachtbar, dass Führungskräften der Mut gefehlt hat, Entscheidungen zu treffen, die aus unternehmerischer Sicht nötig gewesen wären. Denken Sie zum Beispiel an den Fall der Führungskraft, die einen Mitarbeiter, der in der Probezeit schon mehrere schwerwiegende Fehler begangen hat, nicht kündigt. Selbstverständlich ist es immer ein Prozess des Abwägens, ob ein Mitarbeiter im Unternehmen bleiben soll oder nicht. Wenn Sie als Verantwortlicher aber schon selbst das Gefühl haben und es insgeheim wissen, dass es dauerhaft keinen Sinn macht diesen Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, dann hilft es auch nicht, den betreffenden Mitarbeiter an einen Ihrer Kollegen weiterzuempfehlen, nur um ihn selbst loszuwerden. Damit beginnt gerade in grossen Unternehmen die unrühmliche Karriere des sogenannten "Wanderpokals".

Es fehlt an Mut

Warum wird so nachlässig gehandelt? Der Führungskraft fehlt der Mut, dem Mitarbeiter in die Augen zu sehen und zu sagen, dass er oder sie tolle Fähigkeiten besitzt, aber offensichtlich in Bereichen, in denen das Unternehmen nicht tätig ist. Führungskräfte sind in erster Linie ihrem Unternehmen, dann ihrem Team und erst dann einzelnen Mitarbeiter verantwortlich und nicht umgekehrt.

Echte Führungskräfte handeln anders. Lassen Sie mich Ihnen an dieser Stelle den Fall einer Direktorin einer Privatbank erzählen. Sie hatte gerade eine neue Abteilung übernommen. Es stellte sich heraus, dass eine Mitarbeiterin sich offensichtlich nicht im Team integrieren wollte. Sie war zwar schon seit etwa 20 Jahren im Unternehmen und glaubte aufgrund Ihrer guten Bekanntschaft mit dem Personalleiter, eine Sonderstellung zu geniessen: Sie bearbeitete nur einige wenige, ihr genehme Aufgaben und selbst diese nicht fehlerfrei und ohne Tadel. Die Abteilungsleiterin musste ihr aufgrund eines ernsten Vorfalls eine Abmahnung erteilen. Interessanterweise verstand die Mitarbeiterin dies als Aufforderung gegen Ihre neue Chefin mobil zu machen, woran sich die anderen Mitarbeiter im Team jedoch nicht beteiligten. Nachdem die Direktorin das mitbekam, nahm sie die Herausforderung an und legte sich, wie sie sagte "auf die Lauer". Die Direktorin zeigte Durchhaltevermögen und gab der Mitarbeiterin eine weitere Abmahnung. Ihr erging es so, wie es jeder Führungskraft in einer deratigen Situation ergeht: Sie dachte einen Moment nach und wägte ab, ob das so richtig war und die Antwort war: "Ja". Danach kündigte die Mitarbeiterin und verliess die Bank. Das Problem hatte sich nur durch das mutige und konsequente Verhalten der neuen Chefin gelöst.

Handeln Sie couragiert

Das ist ein gutes Beispiel für couragiertes, konsequentes und geduldiges Handeln. Hier hat sich die Führungskraft nicht hinter einem Sicherheitsbedürfnis und Bequemlichkeit versteckt, sondern hat aktiv und mutig gehandelt und durchgehalten. In der Retrospektive, ein Jahr später, sagte die Führungskraft, dass es genau das Richtige war, sich so zu verhalten. Sie reiht sich damit unter diejenigen ein, die wirklich aktiv führen und ihren Führungsaufgaben nachgekommen sind. Als interessante Frage bestehen bleibt, warum ihr Vorgänger nicht schon früher aktiv geworden ist. Diese Frage sollte unseres Erachtens auch im Nachgang konsequenterweise aufgeworfen und gründlich reflektiert werden.

Um den nötigen Mut zu zeigen und Entscheidungen nicht auf die lange Bank zu schieben oder ganz zu vermeiden, ist es hilfreich, sich selbst eine Frist oder ein Zeitlimit zu setzen. Notieren Sie Probleme, die eine Entscheidung von Ihnen verlangen. Legen Sie, ebenfalls schriftlich, eine ausreichende Bedenkzeit fest. In dieser Zeit können Sie verschiedene Möglichkeiten zur Entscheidung und ihre Risiken abwägen beziehungsweise das zur Entscheidung nötige Sachwissen einholen. Und dann: Entscheiden Sie!

Aber setzen Sie die Zeitspanne nicht zu grosszügig, auch nicht bei unangenehmen Entscheidungen … manchmal ist keine Entscheidung auch eine Entscheidung – aber dann keine, bei der Sie als Führungskraft in der Hauptrolle standen.

Jede Führungskraft und jeder Leader hat ein mehr oder weniger ausgeprägtes Bedürfnis, von seinen Mitarbeitern geliebt zu werden und etwaigen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Doch es geht nicht darum, um der Sympathie willen notwendigen unangenehmen Entscheidungen auszuweichen. Es geht vielmehr darum, wirkungsvoll und mutig zu handeln. Das unterscheidet einen echten Leader von einer "Möchtegern"-Führungskraft.

Mut und Courage in Ihrem Führungshandeln zeigen Sie, wenn Sie:

  • die Wahrheit sagen. Legen Sie die Fakten auf den Tisch und machen Sie sich für eine Kommunikation der Wahrheit stark. Das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter erhalten Sie sich nur, wenn Sie offen aussprechen, was sowieso jeder ahnt.
  • Zuversicht verbreiten.Gerade in schwierigen Phasen der Unternehmensentwicklung ist es wichtig, dass Sie Mut und Zuversicht ausstrahlen. Sprechen Sie positiv, machen Sie Mut und seien Sie über Ihr Auftreten der Fels in der Brandung.
  • an sich selbst und das, was Sie tun, glauben. Nur wenn Sie von sich selbst überzeugt sind, werden Ihre Mitarbeiter an Sie glauben und sich Ihrer Führung anvertrauen. Ihre Überzeugung drückt sich auch in Ihrer Körperhaltung aus.
  • konsequent handeln. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern die Notwendigkeit von Entscheidungen genau und handeln Sie dann dementsprechend.
  • mutig entscheiden. Schreiben Sie das Problem auf, das eine Entscheidung von Ihnen verlangt, und setzen Sie sich ein Zeitlimit für die Entscheidung. Dann: Entscheiden Sie!

Wenn Sie als Leader über Ihre Persönlichkeit, Sicherheit und Zuversicht vermitteln und mutig auftreten, bestärkt das Ihre Mitarbeiter und gibt Ihnen die nötige Basis für Akzeptanz und Vertrauen als Führungskraft.

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