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20. November 2020

Führungsstärke: Leadership in Zeiten der Krise

Führungsstärke

In herausfordernden Zeiten wie der aktuellen, weltweiten Corona-Krise sind Führungskräfte besonders gefordert. Einen guten Kapitän erkennt man erfahrungsgemäss erst, wenn man durch den Sturm segelt. Gerade in unsicheren Zeiten kommt es daher auf die Führung an.

Von: Matthias K. Hettl  

Matthias K. Hettl

Der studierte Volks- und Betriebswirt war nach Studium und Doktorandenzeit erst Assistent der Geschäftsführung und danach in versch. Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung tätig. Er ist seit 1995 Geschäftsführer des Management Institutes Hettl Consult in Rohr bei Nürnberg. Als Coach, Trainer und Managementberater ist er vorwiegend für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Seine Schwerpunkte umfassen die Themen Leadership Skills und Managementkompetenzen.

Auf die Mitarbeiterführung kommt es an

Eine schlechte Mitarbeiterführung kann erheblichen Schaden verursachen, insbesondere in den aktuellen Zeiten, in denen Mitarbeiter Orientierung brauchen, um wieder Mut zu fassen und Zuversicht zu gewinnen. Sie sollten berücksichtigen, dass Menschen grundsätzlich nicht so einfach zu beeinflussen sind, wie wir uns das vorstellen, denn Ihre Mitarbeiter halten an ihren aktuellen Überzeugungen fest. Sie sind in ihren bewährten Routinen verfangen. Es ist durchaus schwierig, Menschen davon zu überzeugen, Schutz vor einem herannahenden Sturm zu suchen, wenn das Wetter im Moment gut ist und vom azurblauen Himmel die Sonne strahlt.

Eine gute Kommunikation ist das A und O

Für Sie als Führungskraft gilt, dass Sie informiert bleiben und sich auf valide und glaubwürdige Informationen stützen müssen. Das heisst, holen Sie sich Ihre Informationen aus verschiedenen Quellen. Dann können Sie erkennen, ob ähnliche Warnungen auf unterschiedlichen Kanälen verbreitet werden. Wichtig ist auch, dass Sie überlegen, was Sie wann an wen in Ihrem Team weitergeben. Es geht hier um grösstmögliche Konsistenz. Das bedeutet wiederum, dass Sie mehrfach das Gleiche sagen müssen, bis man Ihnen «glaubt», gemeint ist, bis man Ihren Worten Vertrauen schenkt.

Verzögerungen in der Kommunikation verstärken nur die Unsicherheit und die Angst, mit der Ihre Teams konfrontiert sind. Angst ist ja der Nährboden von Gerüchten, Interpretationen und Falschmeldungen, wirken Sie dagegen mit Ihrer persönlichen Kommunikation. Diese ist gerade in einer Krise von grösster Bedeutung.

Es wäre ein Fehler, wenn Sie sich ausschliesslich auf die externe Kommunikation hin zu Ihren Kunden konzentrieren würden, um sicherzugehen, dass diese sich gut betreut fühlen. Eine mindestens genauso wichtige Zielgruppe sind Ihre Mitarbeiter, also Ihre Kommunikation nach innen. Auch wenn dies Zeit kostet, gerade in Krisensituationen bedarf es deutlich mehr Kommunikation durch Sie. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, dann werden auch Ihre Mitarbeiter positiv und engagiert bleiben und weiterhin motiviert für Ihr Unternehmen arbeiten. Das schweisst zusammen, während Sie gemeinsam unsichere Zeiten durchleben.

Sicherheit und Führungstärke vermitteln

Laut einem Artikel der Harvard Business Review über Krisenkommunikation gibt es einige einfache Dinge, die Sie tun können, um Ihr Team in unsicheren Zeiten zu beruhigen. Zuerst geht es um Ihre Selbstwahrnehmung, konkret sollten Sie sich selbst zentrieren bzw. fokussieren. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um sicherzugehen, dass Sie Ihren Mitarbeitern und Kollegen ein ruhiges, vernünftiges und balanciertes Verhalten vermitteln können.

Wenn Sie Stress oder Unsicherheit ausstrahlen, dann geht es schnell, dass Sie diese unbewusst auf andere übertragen. Die nehmen Ihren Gemütszustand sofort wahr. Insbesondere in Krisensituationen sind alle Sinne Ihrer Mitarbeiter sehr geschärft. Bleiben Sie selbstverständlich authentisch, aber sind Sie sich Ihrer Wirkung bewusst. Amy Cuddy, eine Harvard-Professorin würde Ihnen jetzt zwei Minuten Powerposing empfehlen. Das heisst, Sie machen sich körpersprachlich «breit», gehen die Situation in Gedanken durch und sagen zu sich «das schaff ich!», «das krieg ich hin». Das hilft Ihnen, konzentriert, fokussiert und positiv zu wirken.

Versetzen Sie sich auch immer in die Lage Ihrer Mitarbeiter. Versuchen Sie ihre Anliegen und ihre Bedürfnisse vorherzusehen und zu verstehen. Auch gilt, dass Sie Blickkontakt aufbauen und darauf achten, dass Sie selbstbewusst sprechen und möglichst keine Unsicherheiten kommunizieren. Ehrlichkeit hilft immer, und Ihre Mitarbeiter erwarten auch nicht von Ihnen, dass Sie alle Antworten wissen. Wichtig ist, dass Sie vermitteln, dass die Situation bestmöglich unter Kontrolle ist, und zeigen Sie konkrete nächste Schritte auf.

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