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26. Mai 2021

Feedback: Feedback geben und nehmen

Feedback

Überall, wo Menschen zusammenarbeiten, ist konstruktives und wertschätzendes Feedback ein wichtiger Faktor für Effizienz, Motivation und Kreativität. Stefan Hösli, Führungstrainer, Coach und Referent, erklärt im kurzen Interview, wieso Feedback ein wichtiges Führungsinstrument ist und wie man mit Feedback umgehen soll.

Von: Stefan Hösli  

Dipl. El. Ing. FH Stefan Hösli, Executive MBA Luzern, CAS systemisches Coaching

Dipl. El. Ing. FH, Executive MBA Luzern, CAS systemisches Coaching

Stefan Hösli verfügt über langjährige internationale Führungserfahrung im Product Marketing / Innovationsmanagement und war Mitglied verschiedener Geschäftsleitungen in weltweit führenden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Seit 2016 ist er erfolgreich als selbständiger Führungstrainer, Coach und Dozent tätig mit Fokus Training, Schulung und Coaching von Menschen in beruflichen Entwicklungs-, Wachstums-, und Veränderungsprozessen.

Was bedeutet für Sie «Feedback»?

Feedback geben heisst für mich jemandem bewusst den Spiegel hinhalten, damit der sein eigenes Verhalten von der Aussenwelt (jemand anderem) gespiegelt bekommt und damit seiner Wirkung bewusst wird und daraus ein optimiertes und zielführenderes Verhaltensrepertoire entwickeln kann.

Mitarbeitende erwarten Feedback von Ihren Vorgesetzten. Was geschieht bei einem Feedback-Vacuum?

Mitarbeitende wollen wissen wo sie mit ihrer Arbeit stehen und ob es OK ist was sie tun. Weiter stehen Mitarbeitende immer auch in Beziehung zu anderen Mitarbeitenden und auch dem Vorgesetzten. Feedback ermöglicht einerseits auf der Sachebene ein Abgleich, ob die Leistung / Arbeit den Erwartungen entspricht und sie dient gleichzeitig auch dazu, auf der Beziehungsebene die notwendige Wertschätzung für das eigene Engagement zu erhalten.

Führungskräfte stehen vor grosser Herausforderung, wenn sie Ihren Mitarbeitenden ein negatives Feedback geben müssten. Wie sollen Führungskräfte beim negativen Feedback Vorgehen?

Sogenannte negative Feedback kann man immer positiv formulieren und dann wird es nicht mehr als negativ, sondern als wertschätzendes und konstruktives Feedback angenommen. Wie man das genau macht werden wir an diesem Seminar im Detail trainieren und üben.

Feedback zu geben ist das Eine, das Andere ist jedoch die Fähigkeit ein Feedback zu nehmen. Als Mitarbeiter/in muss man auch mit einem negativen Feedback rechnen. Doch oftmals kommt es vor, dass die betroffene Person dies nicht erwartet und emotional statt konstruktiv reagiert. Wie sollen Mitarbeitende auf negatives Feedback reagieren?

Ein Feedback kann sehr überraschend sein und einem emotional ziemlich aus der Fassung bringen. Aufgrund der Eigenen Wahrnehmung kann ein Feedback eine bis dahin nicht erwartet Wirkung seines Tuns einem schon sehr stark fordern. Deshalb ist es hilfreich nach dem Erhalt des Feedbacks erstmal sich nicht zu rechtfertigen, sondern aufmerksam und gut zuzuhören, allfällige Unklare Punkte zu klären und dann erstmal darüber schlafen. Vielfach weiss man unbewusst bereits um was es geht, der Kopf verdrängt jedoch gut und gerne. Ein Feedback kann einen Prozess auslösen wo unbewusstes Verhalten ins Bewusst transferiert wird und dann gut daran für besseres Verhalten gearbeitet werden kann.

Welche Erfolgstipps können Sie für die richtige Feedbackkultur geben?

Offenheit und Bewusstsein, dass wir Menschen alle unsere Themen mit uns mittragen und dass das Leben oder im Speziellen der berufliche Kontext ein ideales Umfeld bieten uns mit unseren Themen auseinanderzusetzten, uns zu entwickeln, an Glaubenssätzen und alten Strukturen auflösen und ein noch besseres Verhalten an den Tag legen. Man kann auch sagen, dass eine gute Feedbackkultur auch eine bewusste Veränderungskultur ist.

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