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20. Januar 2021

Learnings aus Corona: 10 Faktoren für den erfolgreichen Change

Die letzten Wochen und Monate haben uns gezeigt, dass tiefgreifende Veränderungen die Geschäftsleitung, Führungskräfte und das HR speziell fordern. Es galt trotz Unsicherheit ein gutes und stabiles Zusammengehörigkeitsgefühl zu erhalten und gleichzeitig den individuellen Veränderungswillen zu stärken. Was sind die zehn wichtigsten Voraussetzungen, damit Veränderungen gelingen?

Von: Stefanie Seiz  

Stefanie Seiz

Betriebsökonomin FH und dipl. Managementcoach, ist Geschäftsleitungsmitglied und Teilhaberin der cmp group.

Hätte jemand vor einem Jahr das Corona-Szenario prophezeit, wäre fast jeder von ei­nem unrealistischen Horrorszenario ausge­gangen. Heute wissen wir mehr. Covid-19 hat uns aufgezeigt, dass Veränderungen disruptiv auftreten. Es betrifft nicht nur die aufgetrete­ne Pandemie, auch wenn diese als einzigartig gelten kann. Was lernen wir aus dem Verände­rungsprozess, der damit verbunden war? Was bleibt auf Unternehmensebene gestaltbar bei einem sich ständig veränderten und hoch volatilen System? Was haben die erfolgreichen Organisationen anders gemacht, sodass sie mit grösserer Stärke weiter auf dem Markt agieren können?

Learnings aus Corona - 10 Faktoren schaffen die Grundlagen für den erfolgreichen Change

Erfolgsfaktor 1: Erste Anzeichen ernst nehmen und Szenarien entwickeln

Die Geschwindigkeit der Veränderung war zugegebenermassen ausserordentlich. Covid-19 hat gezeigt, dass schon ein minimaler zeitli­cher Vorsprung eine enorme Auswirkung auf die nachfolgenden Schritte hat. Es gab einen strategischen Moment, der es ermöglichte, die operative Umsetzung zu steuern.

Erfolgsfaktor 2: Zeitnahe Kommunikation zur ersten Schockminimierung

Bereits am Montagmorgen am 16. März bestand die dringende Notwendigkeit, die Mitarbeitenden zu informieren. Bestand keine Vorbereitung, hatte die Unter­nehmensspitze inkl. HR nur gerade 48 Stun­den für die Sicherstellung der Mitarbeiterkom­munikation. Der sehr sportliche Zeitrahmen führte dazu, dass die erste Mitarbeiterkom­munikation bei vielen als verwirrend und un­klar ankam. Gerade dieser erste Moment ist jedoch essenziell für den weiteren Erfolg.

Erfolgsfaktor 3: Sicherheit schaffen, wo es Sicherheit gibt

Veränderungsprozesse sind verbunden mit verschiedensten Un­sicherheiten, wie z.B. genüge ich den neuen Anforderungen, verliere ich damit Einfluss und Gestaltungsspielraum etc. Aufgabe von HR und Führung ist, Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln, d.h. was bleibt bestehen, was verändert sich bzw. spezifische Unterstützung anzubieten.

Erfolgsfaktor 4: Thematisieren der eigenen Betroffenheit und des persönlichen Umgangs

Auf dieser Ebene sind HR und das Führungs­gremium gefordert, Glaubwürdigkeit auszu­strahlen, aber auch den eigenen Umgang mit Unsicherheiten zu thematisiert. Wir wollen in Veränderungen nicht anonyme Manager und Managerinnen erleben, sondern Menschen, die anfassbar und authentisch sind.

Erfolgsfaktor 5: Klare und stringente Kommunikation schafft Verbindlichkeit

Ohne einheitli­che, konzertierte Kommunikationsstrategie ist der Umsetzungserfolg stark gefährdet. Ein Zuwiderhandeln ist klar anzusprechen und zu sanktionieren.

Erfolgsfaktor 6: Fördern des Dialogs kombiniert mit punktueller Unterstützung

Gerade in Zeiten von Homeoffice waren Aus­tauschmöglichkeiten unter Kolleginnen und Kollegen zentral. Waren dies die virtuellen Kaffeepausen, die einfache WhatsApp-Gruppe oder das altbekannte Telefon. Trotz räumli­cher Distanz Nähe zu spüren, schafft Bindung, wo sie aus gesundheitlichen Aspekten ver­mieden wurde.

Erfolgsfaktor 7: Erhöhten Informationsbedarf berücksichtigen

Transformationen bedingen eine inten­sivere Informationspolitik. Sogar die Wieder­holung macht als Strategie Sinn. Denn es signalisiert, wir sind weiter an den Themen dran und möchten euch auf dem Laufenden halten. Zudem wird in Stresssituationen vieles ausgeblendet und nur bedingt aufgenommen.

Erfolgsfaktor 8: Offenheit und Kreativität helfen in volatilen Zeiten

Nicht nur Balkonkonzerte und der Einkauf für die Risikogruppe führten zu neuen Begegnun­gen. Die Menschen haben sich geöffnet und sind andere Wege gegangen. Dies hat auch viel zur persönlichen Psychohygiene beigetra­gen. Die wegfallenden Strukturen haben neue kreative Räume zugelassen.

Erfolgsfaktor 9: Entwickeln von mittelfristigen Perspektiven

Unternehmen, die in der Covid-Phase die Zeit genutzt haben, auch neue Perspektiven zu entwickeln, haben durch die Mitarbeitenden viel Unterstützung erhalten. Durch den externen Einflussfaktor war die Bereit­schaft für Veränderung viel ausgeprägter. Die­ses Momentum konnte jedoch nur nachhaltig genutzt werden, wenn die Unternehmenslei­tung selbst bereit war, Bestehendes zu hinter­fragen und neue Wege zuzulassen.

Erfolgsfaktor 10: Der Dank und die Wertschätzung für die getanen Schritte

Für alle von uns sind Veränderungen anstren­gend und brauchen mehr Energie als stabile, planbare Gegebenheiten. Gerade deshalb ist es zentral, achtsam die kleinen Schritte in die richtige Richtung zu registrieren und wertzu­schätzen. Die Ermutigung, mehr davon zu tun, fällt viel leichter, wenn diese Anerkennung finden.

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