Viele Faktoren wie zum Beispiel Teilzeit, Mehrfachbeschäftigung, variable Löhne, längere Krankheit, Frühpensionierung oder ein später gemeldeter Austritt führen in der beruflichen Vorsorge oft zu heiklen Abgrenzungen. In diesem Tagesseminar vertiefen Sie typische BVG-Spezialfälle aus der Schweizer Praxis und lernen, wie Sie Vorsorgepflicht, Beiträge, Leistungen, Meldepflichten und Schnittstellen zu korrekt beurteilen.
BVG-Spezialfälle erkennen, richtig einordnen und Fehler vermeiden
In diesem Seminar bearbeiten Sie konkrete Spezialfälle aus der Praxis und lernen, kritische Punkte in Vorsorgereglement, Vorsorgeplan und Vorsorgeausweis zu erkennen. Der Fokus liegt auf der sicheren Beurteilung, der korrekten Koordination und der Vermeidung typischer Fehler in der Personal- und Treuhandpraxis.
Ihr Praxis-Nutzen
- Sie können die BVG-Versicherungspflicht auch in Spezialfällen wie Teilzeit, Mehrfachbeschäftigung
und befristete Anstellungen sicher beurteilen. - Sie können Eintritte, Austritte und Lohnmutationen korrekt und fristgerecht melden und Freizügigkeitsleistungen auch ohne bekannte neue Pensionskasse richtig übertragen.
- Sie lösen auch Spezialfälle bei Frühpensionierung, Teilpensionierung und Weiterarbeit nach dem Referenzalter sicher und kompetent.
- Sie ordnen Einkäufe, Einkaufspotenzial und Sperrfristen praxisnah ein.
- Sie wickeln Scheidungsfälle mit WEF-Bezügen, invaliden Versicherten und Altersrentnern korrekt ab.
- Sie sind in der Lage, typische Fehler bei Meldungen, Übertrag und Nachbearbeitung vermeiden.
- Sie beraten die Mitarbeitenden und Mandanten auch bei anspruchsvollen BVG-Fragen kompetent.
- Sie schätzen den Deckungsgrad einer Pensionskasse einordnen und die Folgen einer Unterdeckung ein.
- Sie erkennen Teilliquidationen bei Restrukturierung, Personalabbau oder Kassenwechsel und reagieren richtig.
Inhalte des Seminars
- Eintrittsschwelle und Voraussetzungen der BVG-Unterstellung
- Beginn und Ende der Versicherungspflicht
- Spezialfälle: Teilzeit, befristete Anstellungen, mehrere Arbeitgeber und weitere Ausnahmen von der Versicherungspflicht
- Folgen falscher oder verspäteter Anmeldung
- Eintritt, Austritt und Lohnmutation korrekt melden
- Freizügigkeitsleistung an die neue Pensionskasse übertragen
- Vorgehen bei fehlender neuer Pensionskasse
- Nachdeckung, Freizügigkeitskonto und Freizügigkeitspolice
- Rückwirkende Korrekturen und typische Fehler in der Praxis
- Voraussetzungen und maximales Einkaufspotenzial
- Vorsorgeausweis richtig lesen und interpretieren
- Steuerliche Vorteile und Sperrfrist beim Kapitalbezug
- Sonderfälle: Zuzug aus dem Ausland, frühere WEF-Bezüge, Scheidung
- Zulässige Verwendungszwecke und Voraussetzungen
- Vorbezug oder Verpfändung: Unterschiede und Konsequenzen
- Auswirkungen auf Altersleistungen, Risikoleistungen und Einkäufe
- Rückzahlung des Vorbezugs und steuerliche Folgen
- Teilung der Austrittsleistung bei Scheidung
- Behandlung bereits bezogener WEF-Gelder
- Besonderheiten bei invaliden Versicherten und Altersrentnern
- Zusammenspiel von Scheidungsurteil, Pensionskasse und Betroffenen
- Frühpensionierung: Kürzungen und Überbrückungslösungen
- Teilpensionierung: Voraussetzungen und Etappen
- Kapitalbezug oder Rente: Entscheidungskriterien und Folgen
- Weiterarbeit über das Referenzalter hinaus
- Austrittsmeldung: Fristen, Angaben und Zuständigkeiten
- Verwendungsmöglichkeiten der Freizügigkeitsleistung
- Vorgehen ohne neue Pensionskasse (Freizügigkeitskonto/-police)
- Typische Fehler in Nachbearbeitung und Kommunikation
- Bedeutung und Berechnung des Deckungsgrads
- Folgen einer Unterdeckung: Sanierungsmassnahmen
- Deckungsgrad als Kennzahl beim PK-Vergleich
- Wichtige Fragen beim Pensionskassenwechsel
- Auslöser: Restrukturierung, Personalabbau, Kassenwechsel
- Auswirkungen auf Versicherte und Arbeitgeber
- Rolle von Deckungsgrad, freien Mitteln und Rückstellungen
- Worauf Arbeitgeber bei betrieblichen Veränderungen achten müssen
Seminarleitung
Dimitri Müller
Dimitri Müller ist Fachmann für Personalvorsorge mit eidg. Fachausweis, eidg. dipl. Pensionskassenleiter und zertifizierter Vermögensberater IAF. Zudem verfügt Dimitri Müller über langjährige Erfahrung in der beruflichen Vorsorge, im Sammelstiftungsgeschäft sowie in der fachlichen und personellen Führung von Mitarbeitenden.
Zielgruppe
HR-Fachleute, Payroll-Spezialist/innen, Lohnbuchhalter/innen, Treuhänder/innen, Finanz- und Personalverantwortliche, Geschäftsführende und Inhaber/innen von KMU.
Weiterbildungsplattform myEvents
Über myEvents gelangen Sie zu Ihren digitalen Seminarunterlagen, wertvollen Zusatzinformationen und Arbeitshilfen für den Praxistransfer. Über Ihr persönliches Login können Sie uneingeschränkt auf sämtliche Unterlagen und Tools aller von Ihnen besuchten WEKA-Weiterbildungen zugreifen. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Zugriff auf myEvents finden Sie hier.